Workshop über legale und illegale Drogen macht betroffen

Auf Einladung von Gertraud Kindermann, Sozialpädagogin und Jas-Fachkraft an der Franz-Xaver-Eggersdorfer-Schule kamen die Referent:innen Michaela Öller-Kafrle und Leon Bangerl, Sozialpädagog:innen vom Gesundheitsamt, um mit der 9. Klasse das Thema Sucht intensiv zu bearbeiten.

Felix Bachl, Klassenlehrer dieser Abschlussklasse, begrüßte die Referent:innen und betonte, wie wertvoll er einen Austausch über dieses Thema finde, das für diese Altersstufe von aktueller Bedeutung sei.

Aufbauend auf dem Sucht-Workshop vom letzten Schuljahr, ging es diesmal vertieft um Alkohol, Nikotin und illegale Drogen, aber auch um Kaufsucht, Spielsucht, Sexsucht, Sportsucht, Handysucht und Essstörungen. Die Referent:innen betonten, dass häufig nur den illegalen Drogen schlimme, schädigende Folgewirkungen beigemessen werden, dass die legalen Drogen wie Alkohol oder Nikotin aber auch gravierende Folgeschäden nach sich ziehen können. Als Beispiel führten sie an, dass beim Rauchen von Zigaretten 5000 Stoffe enthalten sind, 250 davon sind giftig, 90 davon krebserregend. Arsen, Teer, Nikotin, Blausäure, Mottengift, Putzmittel u. a. werden mitkonsumiert. Bei starken Rauchern ist die Lebenserwartung deutlich geringer. Sie geben hochgerechnet ca. 3400.- € pro Jahr aus, ein Geldbetrag, der ihnen an anderer Stelle im Leben deutlich fehlt.

Beim Alkohol werde bereits bei 0,3 Promille die Sehleistung eingeschränkt, bei 4 Promille Atemstillstand und Tod. Wenn Alkohol in der Schwangerschaft getrunken wird, kann es zu schlimmen, lebenslangen Schäden und Behinderungen beim Kind führen. Daher soll bei Schwangerschaft auf Alkohol verzichtet werden. Ebenso am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr, in Schule und bei Medikamenteneinnahme. Bei einem Notfall (zu viel Alkohol) darf man den Betroffenen nicht allein lassen, er könnte an Erbrochenem ersticken. Notruf 112 wählen. Zuviel Alkoholkonsum kann zu Abhängigkeit, Isolation und Einsamkeit, zu Familienkonflikten, Führerscheinentzug, körperlichen und psychischen Schäden führen.

Die Referenten berichteten auch in spannender Weise über illegale Drogen. Für die Schüler:innen war es interessant zu erfahren, dass Cannabis auch nach 2024 für diese Altersgruppe von 15 Jahren illegal bleibt. Ab 18 Jahren wird es legal, was aber zu noch ungeahnten und nicht abschätzbaren Problemen führen könne. Cannabis sei keinesfalls harmlos, wie es oft bei Jugendlichen vermutet oder verharmlost wird. Es kann zu Abhängigkeit, starken Konzentrationsschwächen, geistigen Schäden und sogar zu Paranoia führen. Der Wirkstoff THC ist in Urinproben und Haarproben lange nachweisbar.

Die synthetische Droge Ecstasy (XTC, MDMA) kann zu Überhitzung, Herzrasen, Organversagen, Verwirrtheit und zu Koma führen. Das Gefährliche: die Pillen können auch bei gleicher Farbe, beim nächsten Konsum eine ganz andere, stärkere Wirkung haben. Man kann sich „verschätzen“, man weiß nicht was genau drin ist, was bis hin zum unbeabsichtigten Drogentod führen kann!

Das Halluzinogen LSD kann zu Halluzinationen führen und Horrortrips auslösen, die mehrere Stunden dauern können. Crystal (Meth) kann zu Wahnvorstellungen und schlimmen körperlichen Ausfallerscheinungen führen, zu Schäden an Haut und Zähnen, Panikattacken, Aggressivität und kann eine unglaublich schnelle Alterung um Jahre bewirken! Auch die Schäden durch Heroin und andere Drogen wurden besprochen. Die Schüler:innen konnten jederzeit Fragen stellen und beteiligten sich sehr interessiert. Sie zeigten große Betroffenheit und gaben an, vieles noch nicht gewusst zu haben.

Mit Suchtmitteln können keine Probleme und Krisen in den Griff bekommen werden, im Gegenteil wird der Teufelskreis immer größer.

Bei Abhängigkeit sollte man sich nicht scheuen professionelle Hilfe zu suchen beim Gesundheitsamt oder Suchtberatungsstelle und Arzt. Dies sei kostenlos und mit Schweigepflicht. Die Jugendlichen wurden auch ermutigt, klar und bestimmt abzulehnen, wenn ihnen in der Clique was angeboten wird. Gertraud Kindermann berichtete, dass sie in anderen Zusammenhängen wie z.B. Einzelberatungen und Kleingruppenarbeit an der Schule das „Nein-Sagen“ in Rollenspielen mit den Schüler:innen übt und ihnen den Rücken stärkt. Denn der Gruppenzwang führe leider oft dazu, dass sich Jugendliche überreden lassen zum Konsumieren, wodurch sich oft eine Abhängigkeit entwickelt. Um seelisch widerstandsfähig, belastbar und stabil zu bleiben (oder zu werden), sei es wichtig, gute stärkende Kontakte zur Familie und zu echten Freunden zu haben.

Die Stärkung des Selbstvertrauens, Resilienz und Lebenskompetenzen seien wichtige Bausteine für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben. Natur, Musik, Tagebuch und Haustiere können hierbei auch wohltuend und hilfreich sein.

Felix Bachl und Gertraud Kindermann bedankten sich zum Schluss ganz herzlich bei den Referent:innen Michaela Öller-Kafrle und Leon Bangerl für den spannenden und sehr informativen Workshop und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit.

Ein Beitrag von Gertraud Kindermann

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